2026-05-22 14:45:00 zurück zur Übersicht

Pilatus will Prepreg-Verschnitt aus dem Flugzeugbau wiederverwenden

Stans, 22. Mai 2026

Stans/Zürich - Flugzeugbauer Pilatus hat gemeinsam mit Forschenden der Hochschule Luzern und der inspire AG ein Projekt zur Wiederverwendung von Prepreg-Verschnitt gestartet. Aktuell entsorgt Pilatus jährlich mehr als 6 Tonnen dieser carbonfaserverstärkte Restmaterialien, die in den Flugzeugbau zurückgeführt werden sollen.

Der Flugzeugbauer Pilatus aus Stans prüft laut einer Mitteilung gemeinsam mit Forschenden der Hochschule Luzern und der inspire AG, einem strategischen Partner der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit Sitz im Technopark Zürich, die Wiederverwendung von Prepreg-Verschnitt aus der Herstellung von kohlefaserverstärkten Kunststoffen (Carbon Fibre Composites). Aktuell fallen bei Pilatus jährlich mehr als 6 Tonnen Verschnitt des vorimprägnierten Carbonfasergewebes (Prepreg) an. Ziel ist es, den Abfall aus der eigenen Produktion deutlich zu reduzieren und bestehende Aluminiumkomponenten durch wiederverwendete Carbonteile zu ersetzen. 

Der klebrige Prepreg-Verschnitt wird zunächst kontrolliert erwärmt, damit er seine Haftwirkung verliert und maschinell weiterverarbeitet werden kann. Anschliessend wird das Material zerkleinert und in einem speziellen Pressverfahren zu neuen Bauteilen zusammengefügt und ausgehärtet. „Zum einen bietet die Wiederverwendung des Materials die Möglichkeit, den Abfall aus der eigenen Produktion deutlich zu reduzieren. Zum anderen könnten bestimmte Aluminiumteile durch Carbonteile ersetzt werden, was zu einer Einsparung von bis zu 36 Tonnen Aluminium pro Jahr führen würde“, wird Urs Thomann zitiert, Director Technologies, Processes, Sustainability bei Pilatus.

Die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Forschung reflektiert laut Mitteilung einen generellen Trend beim Umgang mit Produktionsreststoffen. Diese sollen zunehmend als Wertstoffe verstanden werden, um sowohl eine positive ökologische als auch wirtschaftliche Wirkung zu entfalten.

Das Forschungsprojekt dauert 32 Monate und soll die wissenschaftlichen und praktischen Grundlagen für eine spätere Anwendung legen. Gefördert wird das Projekt von Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung. ce/ja